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Aufklärung und Bildung: Bundeszentrale für digitale Bildung einführen

Grundlage für Maßnahmen gegen Desinformationen muss eine aufgeklärte Gesellschaft sein. Hier gilt es, Konzepte zu entwickeln, die Menschen jeden Alters ein Leben lang fort- und weiterbilden. Mit einer Bundeszentrale für digitale Bildung – analog zur Bundeszentrale für politische Bildung – sollten Menschen gezielt darüber aufgeklärt werden, was Desinformationen sind, wie man sie erkennt, wo mit ihnen zu rechnen ist und was die Beweggründe der Akteure sind. Es sollen Menschen Tools an die Hand gegeben werden, mit denen sie überprüfen können, ob zum Beispiel Fotos bereits in anderen Kontexten verwendet wurden, wie manipulierte Aufnahmen erkannt werden und an welchen weiteren Stellen sie sich für einen unabhängigen Faktencheck wenden können. Die leichte Erstellung und Verbreitung von Desinformationen im Internet macht deutlich, dass es insbesondere im digitalen Raum einen Fokus auf Fort- und Weiterbildung braucht. Zur Aufgabe der Bundeszentrale für digitale Bildung müssen auch Themen wie Datenschutz, Cybersicherheit, Persönlichkeitsrechtsschutz und künstliche Intelligenz gehören.

Medienkompetenz und kritisches Denken sind im Informationszeitalter essenziell. Beides muss sowohl in der schulischen Bildung als auch in der Ausbildung für Lehrkräfte seinen Niederschlag finden. Eine Bundeszentrale für digitale Bildung kann hier – nebst eigenen Angeboten zur privaten Weiterbildung – mit aktuellen Materialien für den Unterricht unterstützen.

Ältere Menschen sollten auch persönlich über Desinformationen und deren Gefahren informiert und sie mit digitalen Plattformen vertraut gemacht werden. Finnland macht dies über Erwachsenenbildungszentren. In Taiwan fahren Busse in ländliche Gebiete, um die dort lebenden Menschen zu erreichen.